Kindermärchen

Ursprünglich handelt es sich bei Märchen um eine zunächst mündlich überlieferte Form von Prosatexten, die in allen Kulturkreisen vorkommen. Dies sind Volksmärchen, deren jeweiliger Ursprung meist unbekannt ist. Durch die mündliche Weitergabe sind viele dieser Volksmärchen in unterschiedlichen Versionen überliefert. Bereits im Mittelalter wurden Märchen auch aufgezeichnet. Durch den Buchdruck entstanden viele umfangreiche Märchensammlungen, deren Autoren im Gegensatz zum Ursprung der Volksmärchen in der Regel bekannt sind.

Daraus entstanden auch die Kindermärchen, die Kindern häufig vor dem Einschlafen vorgelesen werden. Sie beinhalten fantastische Elemente wie beispielsweise sprechende Tiere oder Fabelwesen und sind häufig so ausgerichtet, dass eine klare Moralvorstellung von Gut und Böse, die gut erkennbar voneinander abgegrenzt werden, vermittelt wird. Somit soll Kindern beigebracht werden, dass der Gute für seine Taten belohnt und der Schlechte für die seinigen bestraft wird.

Empfehlenswerte Märchensammlungen mit Kindermärchen

Die im deutschsprachigen Raum bekannteste Märchensammlung wurde von den Gebrüdern Grimm im 19. Jahrhundert verfasst. Dazu wurden von den Brüdern Wilhelm und Jacob Märchen zusammengetragen und niedergeschrieben, die mündlich überliefert waren. Dafür nutzten sie mehrere einschlägige Quellen wie die Märchenerzählerin Dorothea Viehmann, bei der es sich um eine Frau mit ausgeprägter Bildung handelte, oder den französischen Charles Perrault, der seinerseits selbst eine umfangreiche Märchensammlung zusammengetragen hatte. Bei weiteren Märchen wird angenommen, dass die Grimm-Brüder selbst sie verfassten. Zudem ist davon auszugehen, dass viele Märchen von den Grimms nicht nur niedergeschrieben, sondern auch überarbeitet wurden, um die Erzählungen kinderfreundlicher zu gestalten. Beispielsweise wurde die Ursprungsfassung des Märchens „Hänsel und Gretel“ abgewandelt. Ursprünglich handelte es sich um die leibliche Mutter, die ihre Kinder verstieß. Da eine solche Vorstellung allerdings moralisch nicht mit den Werten des Bürgertums vereinbar war, wurde sie zur Stiefmutter gemacht.

Kindermärchen des letzten Jahrhunderts immer noch aktuell

So wurden letztendlich zwischen 1812 und 1850 mehrere Auflagen der Kinder- und Hausmärchen veröffentlicht, die insgesamt 200 Märchen beinhalten. Sie enthalten allerdings nicht alle existierenden Märchen der damaligen Zeit, da die Gebrüder Grimm nur einige der damals im Umlauf befindlichen Märchen dokumentieren konnten. Unter den 200 gesammelten Erzählungen finden sich zahlreiche bekannte Märchen, die nahezu jeder, der im deutschsprachigen Raum beheimatet ist, kennt. Dazu zählen beispielsweise „Hänsel und Gretel“, „Der Wolf und die sieben Geißlein“, „Aschenputtel“, „Rapunzel“, „Rotkäppchen“, „Die Bremer Stadtmusikanten“, „Dornröschen“ und „Rumpelstilzchen“.

Neben den Märchen der Brüder Grimm gibt es viele weitere bekannte Märchen und Märchenautoren. Wie in anderen Bereichen lohnt es sich hierbei auch, das Internet zur Suche von interessanten Erzählungen für Kinder zu bemühen. Zahlreiche Märchensammlungen sind mit vollständig digitalisierten Märchentexten zu finden, die einfach nur ausgedruckt werden müssen, um sie den Kindern am Abend vorlesen zu können.

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