Gedichte Verse & Reime für Kinder

„Messer, Gabel, Scher‘ und Licht, sind für kleine Kinder nicht“ – mit diesem Reim sind wohl viele in ihrer Kindheit aufgewachsen. Derartige Gedichte, Verse und Reime für Kinder sind oftmals mündlich überliefert und werden gerne vonseiten der Eltern oder aber im Kindergarten beigebracht. Da die Verse in der Regel nicht nur rhythmisch gesprochen, sondern zudem auch gesungen werden können, fällt eine Abgrenzung zu den Kinderliedern schwer. Die meisten der altbekannten Kinderverse wurden ursprünglich in Büchern veröffentlicht – beispielhaft wäre etwa die Geschichte von Max und Moritz –, mit dem Ziel, die Kinder auf diese Weise mit abschreckenden Beispielen moralisch zu beeinflussen.

Ferner seien an dieser Stelle die sogenannten Abzählreime zu nennen, eine besondere Form der Verse beziehungsweise Gedichte für Kinder, die beim Spielen in der Gruppe gerne eingesetzt werden, wenn beispielsweise die Frage, wer bei einem Spiel beginnen darf, zu klären ist: Um Streit oder Konflikte zu vermeiden, wird „ausgezählt“. Bei bekannten Auszählreimen wie „Ene, mene, miste, was rappelt in der Kiste, ene, mene, meck – und du bist weg“ stellen sich die Kinder im Kreis auf. Eines von ihnen sagt dabei den entsprechenden Spruch auf und zeigt bei jedem Wort auf die nächste Person. Das Kind, welches auf diese Weise beim Ende des Gedichts ausgewählt wurde, muss die Runde verlassen – dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis nur noch eine Person übrig bleibt. Des Weiteren erfreuen sich Kinder besonders an Reimen, deren Wörter keinerlei Sinn ergeben, die folglich nur aus sogenannten „Quatschwörtern“ bestehen, und brechen oft nach dem Aufsagen eines solchen Verses in lautes Gelächter aus.

Gedichte, Verse und Reime fördern die Entwicklung der Kinder

Durch das Lernen von einfachen Versen wird den Kindern auf eine leichte Art – die zudem Spaß bereitet – neues Vokabular oder auch das Zählen beigebracht und dadurch die Sprachentwicklung gefördert. In Verbindung mit passend zum entsprechenden Gedicht ausgeführten Bewegungen lassen sich darüber hinaus die motorischen Fähigkeiten schulen. Beispielsweise wurden Fingerspiele mit passenden Reimen dazu ausgedacht, um die Motorik des Daumens, aber auch der anderen Finger, zu verbessern („Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen …“).

Die Verbindung zwischen Versen für Kinder und der Grob- sowie Feinmotorik wird unter anderem gerne im Kindergarten genutzt; dementsprechend lernen die Kinder dort derartige Gedichte. Auch beim Aufbau des Gehirns besteht zwischen beiden Bereichen eine enge Verknüpfung: Das Zentrum für die Motorik der Hände liegt unmittelbar neben dem Sprachzentrum. Solche Fingerspiele sind selbst bei Kindern nach Abschluss des dritten Lebensjahres noch beliebt. Gerne erfinden diese zudem ihre eigenen Reime und denken sich dazu Bewegungen aus, um ihr Gesprochenes noch emotional zu unterstützen.

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